In der Regel ist es schwer, Universitäten oder vielmehr einzelne Fakultäten in neue Bahnen zu lenken. Ist ein Studiengang und der zugehörige Studienplan, Schwerpunkte und Zeitpläne erst einmal etabliert, gibt es kaum Möglichkeiten im Nachhinein etwas daran zu ändern – zum Nachteil vieler Studenten.
Mit der Einführung des Bachelors in Deutschland hätten viele Studiengänge revolutioniert werden können, doch es hat sich kaum etwas getan.
Vor allem vielen Sportstudiengängen würde eine Reform gut tun. Immer mehr Studenten würden sich eine Förderung verschiedener Randsportarten wünschen. Vor allem noch junge Fun- oder Extremsportarten können vergleichbar anspruchsvoll sein und würden bei einer Aufnahme in die Studienpläne “frischen Wind” in ein Sportstudium bringen. Eine Chance, die in Deutschland wohl nicht möglich sein wird.
Anders ist es bei vielen Universitäten aus Chile: Hier werden beispielsweise Bereiche wie der Wintersport (Ski, Snowboard) in den Sportstudiengängen extra vom Staat gefördert und auch von vielen bekannten Unternehmen gesponsort. Gerade im Wintersport ist eine richtige Ausrüstung unabdingbar, leider aber für viele chilenischen Studenten ein zu teurer Luxus. Aus diesem Grund suchen jedes Jahr viele chilenische Sport-Universitäten Sponsoren, die Ausrüstungen, Sportgeräte etc. den Studenten zur Verfügung stellen.
Der jüngste Sponsor kommt sogar aus Deuschland: Der Sport- und Outdoor Ausstatter Warehouse-One stiftete im vergangenen Winter mit dem chilenischen Partner Nevasport 200 Snowboards an zahlreiche Sport-Universtitäten, die im Wintersport aktiv sind. (siehe Artikel)
Mit dabei sind bekannte Universtitäten wie die Universidad del Pacífico, Universidad Adolfo Ibáñez oder Universidad del Desarrollo.
Diese Unis stehen eng in Verbindung mit zahlreichen chilenischen Skigebieten, wie La Parva oder dem Snowboarder-Paradies Valle Nevado und halten mehrmals in der Wintersaison verschiedene Ski- und Snowboardkurse direkt auf den Pisten (darunter auch Ausbilungen zum Snowboardlehrer). Bei den Studenten natürlich eines der wohl größten Highlights des Studiums (vor allem für alle Studenten, die aus ärmlichen Verhältnissen stammen)
Das chilenische Förderprogramm der Sportstudiengänge ist ein gutes Beispiel, wie man den Spagat zwischen alltäglichen Sportarten aber auch Randsportarten fördern kann und gleichzeitig vielen Studenten Türen öffenen kann, welche ihnen bisher verschlossen blieben.
Ein derartiges Beispiel in deutschen Universitäten durchzuführen ist leider derzeit immer noch undenkbar. Ein Grund zum darüber nachdenken wäre es aber allemal.
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